Surfboard reparieren: Vom zerstörten Bug zum Stubby

Ein kleiner Schaden an der Nose bei Windsurfboards ist schnell passiert. Egal ob durch einen Schleudersturz oder die unvorsichtige Begegnung mit einem Steg am Ende der Session. Doch was kann man machen, wenn der Bug vom Windsurfbrett auch noch einen Griff enthält und völlig zerstört ist? Da der Kern des Bretts in dem Bereich auch gerissen war und der Griff zum Abschleppen und Tragen verzichtbar war, entschied ich mich, aus dem Board ein Stubby zu machen.

Anzeichnen

Dazu wird zunächst die Längsachse zwischen Bug und Heck auf das Board gezeichnet. Eine kurze Linie im Bereich des Bugs genügt. Dann wird das neue Shape der Nose skizziert. Hierzu kann ein Stift in ein Seilstück oder einen Tampen geknotet werden, welcher mit der anderen Hand auf der zuvor angezeichneten Längsachse gehalten wird. So entsteht eine gerundete Form. Es ist empfehlenswert, zwei Linien mit dieser Technik im Abstand von etwa 15 – 20 mm zu skizzieren. Eine Linie dient dabei später als Schnittlinie, die andere beim nachfolgenden Schleifen als Orientierung.

Weg mit der Nose

Nun wird der beschädigte Teil entlang der äußeren Linie abgetrennt. Dies geht exzellent mit einem CFK/GFK-Sägeblatt für ein oszillierendes Multitool. Zur Not auch mit dem Winkelschleifer und einer dünnen Edelstahlscheibe. Beim Schnitt darauf achten, dass der Winkel gegenüber der Oberfläche stimmt und lieber etwas zu vom Kern stehenlassen. Falls erforderlich den Kern nach dem Schnitt durch das Laminat oder Sandwich noch mit einem schlanken Messer durchtrennen.

Shape it

Mit 60er Schleifpapier auf dem Handschleifklotz wird nun alles grob in Form gebracht. Dazu zunächst den Schnitt nacharbeiten, dann die Kanten an Deck und Unterseite des Boards schön abrunden. Abschließend mit 120er Schleifpapier eine großzügige Fase in das noch vorhandene Laminat schleifen.

Fehlstellen ausbessern

Sollte der Schaumkern wie hier links von der Mitte kleine Ausbrüche oder Fehlstellen aufweisen, diese vor dem Laminieren spachteln. Dazu Epoxydharz anrühren, Hohlglaskugeln einstreuen und mit Thixotropiermittel etwas eindicken. So entsteht eine für den Schaumkern und die weitere Bearbeitung ideal geeignet Spachtelmasse. Diese mit geringem Überstand in die Fehlstellen Spachteln. Aushärten lassen und mit 120er Schleifpapier beischleifen.

Laminieren

Lage für Lage je nach Boardkonstruktion aus Glasgewebe oder Carbonfaser auflaminieren. Wegen der besseren Drapierbarkeit um die Form des Bugs Köpergewebe verwenden. Ich habe Lagen mit 250 g/m2, 163 g/m2 und 110 g/m2 verwendet. Die Matten sauber durchtränken und mit Laminierpinsel oder Rolle ordentlich entlüften. Vor dem Ende der Verarbeitungszeit des Harzes die Matten straff mit Stretchfolie umwickeln.

Überstand abschneiden

Nach dem Angelieren des Harzes den Überstand der Fasermatten mit einem scharfen Messer abtrennen und vorsichtig entfernen. Anschließend erneut mit Stretchfolie straff fixieren.

Nacharbeit

Aushärten lassen und die Stretchfolien entfernen. Mit 120er Schleifpapier den Übergang von neuem auf altes Laminat sauber und eben verschleifen. Wem die Oberfläche noch nicht gefällt kann jetzt auf die komplette Reparaturstelle Gelcoat oder einen Spritzspachtel auftragen. Ansonsten mit 240er, 400er und 800er Schleifpapier schleifen. Anschließend Epoxygrundierung auftragen und anschließend lackieren.

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